Reise-eSIM oder lokale SIM-Karte?
Roaming ist nicht die einzige Alternative. Viele Reisende kaufen nach der Ankunft eine lokale Prepaid-SIM, und für manche Reisen ist das nach wie vor die bessere Wahl. Hier steht, was Sie dabei wirklich gegeneinander abwägen.
Wo die lokale SIM-Karte gewinnt
Beim Preis pro Gigabyte, und zwar meist deutlich. Ein inländischer Prepaid-Tarif ist für Einheimische kalkuliert, nicht für Besucher, und bei einem langen Aufenthalt in einem Land summiert sich der Unterschied. Dazu bekommen Sie eine lokale Rufnummer, und die ist wichtiger, als viele erwarten: Manche Lieferdienste, Fahrdienst-Apps und Bankbestätigungen im Land verschicken ihre Codes ausschließlich an inländische Nummern. Wenn Sie monatelang bleiben oder eine Nummer brauchen, unter der man Sie vor Ort anrufen kann, ist die lokale SIM-Karte die ehrliche Antwort.
Was der Preis nicht zeigt
Zeit, und häufig Papierkram. In immer mehr Ländern müssen Prepaid-Karten auf ein Ausweisdokument registriert werden – das bedeutet Schalter, Warteschlange und Reisepass statt eines Ständers neben dem Ausgang. Flughafenkioske, die Ihnen die Schlange ersparen, lassen sich das gut bezahlen. Und Sie landen zunächst ganz ohne Verbindung: die Karten-App, die Fahrt zum Hotel und die Nachricht, dass Sie angekommen sind, warten alle, bis die SIM-Karte geregelt ist.
Das Problem mit dem SIM-Schacht
Eine physische SIM-Karte muss irgendwo hin. Bei einem Single-SIM-Handy heißt das: eigene Karte raus und die ganze Reise über lose mitschleppen – genau so geht sie verloren. Und solange sie draußen ist, sind Sie unter Ihrer eigenen Nummer nicht erreichbar. Eine eSIM rührt den Schacht gar nicht an: Ihre gewohnte SIM bleibt drin, Ihre Nummer funktioniert weiter für Anrufe und Bank-Codes, und die Reisedaten laufen daneben her.
Wo die eSIM gewinnt
Sie kommen bereits verbunden an, zu einem Preis, den Sie vorher gesehen haben, ohne Laden, ohne Schlange und ohne Ausweiskontrolle. Gekauft und installiert wird zu Hause über WLAN. Vor Ort kostet Sie das keine Zeit – und Zeit ist auf einer kurzen Reise die teure Ressource. Ein Grenzübertritt setzt außerdem nicht alles wieder auf Anfang: Ein Regionaltarif funktioniert weiter, wo eine lokale SIM-Karte an der Grenze aufhört.
Eine grobe Faustregel
Ein Land, länger als etwa einen Monat, und Sie brauchen eine lokale Nummer: Kaufen Sie eine SIM-Karte vor Ort, sobald Sie gelandet sind und sich eingerichtet haben. Alles Kürzere, alles mit Grenzübertritten oder jede Reise, bei der schon der erste Abend zählt: eSIM vor dem Abflug installieren. Bei einem langen Aufenthalt müssen Sie sich ohnehin nicht entscheiden – die eSIM deckt die ersten Tage ab, während Sie sich in Ruhe um eine lokale SIM-Karte kümmern.